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  PRAXIS FÜR SPRACHTHERAPIE
  HEIDI REISENHOFER

  Diplom - Sprachheilpädagogin

Monheim am Rhein

Langenfeld

    Sprachförderung bei mehrfach behinderten Kindern

    Die Sprachförderung bei mehrfach behinderten Kindern erfordert eine andere Herangehensweise als die Sprachtherapie bei "nur' sprachentwicklungs- verzögerten Kindern (wobei diese so ja auch nicht existieren).
    Mehrfache Behinderung meint eine Einschränkung kognitiver, körperlicher, emotionaler und damit einhergehend sozialer und kommunikativer Fähigkeiten in unterschiedlicher Ausprägung, d.h. das Kind ist in all seinen persönlichen Aufnahme- und Ausdrucksmöglichkeiten mehr oder minder beeinträchtigt
    Damit ist auch die Kommunikation mit einem mehrfach behinderten Kind für die Personen seiner Umwelt erheblich erschwert. Um das Kind zu erreichen, ist es notwendig, über alle Kanäle mit dem Kind zu agieren, d. h. Sinneserfahrungen zumindest auditiv, visuell und taktil zu ermöglichen, damit eine Verknüpfung aller
    Erfahrungen ein Bild im Kind hervorruft, das es speichern kann. Häufige Wiederholungen immer gleicher Sinneserfahrungen helfen, das gewonnene Bild für länger zu speichern.

    Jedoch ist nicht nur die Unterstützung sprachverarbeitender Mechanismen wichtig. Damit Sprache produziert werden kann, bedarf es bestimmter sprechmotorischer Fähigkeiten. Mehrfach behinderte Kinder sind hier häufig durch sensomotorische Störungen beeinträchtigt. Zum einen ist die Funktion der orofazialen Muskulatur eingeschränkt, zum anderen die Sensibilität. Zunächst ist es also notwendig, durch intra und extraorale Stimulation Spürerfahrungen am und im Mund zu schaffen, um so Raum-Lage-Empfindungen zu ermöglichen.
    Anschließend werden Übungen zur Kräftigung der Mund- und Zungenmuskulatur durchgeführt. Besonders Kinder mit offener Mundhaltung und Hypersalivation (vermehrter Speichelfluß) profitieren von der orofazialen Stimulation.

    Die Sprachförderung für mehrfach behinderte Kinder findet überwiegend in den heilpädagogischen Kindergärten und in den Schulen für geistig Behinderte statt.
    Natürlich ist auch hier die Art der sprachtherapeutischen Förderung stark abhängig von Art und Ausmaß der vorliegenden Behinderung(en). Die Schwerpunktsetzung erfolgt nach den momentan dringendsten Bedürfnissen des Kindes so wie den seiner Angehörigen
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